Ruhestandsmonitor 2026 – Studie zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung zu 2. Säule und Pensionierung
Die Schweizer Bevölkerung blickt der Pensionierung grundsätzlich positiv entgegen, zweifelt aber vielfach an ihrer finanziellen Absicherung im Alter. Der Ruhestandsmonitor 2026 zeigt zudem: Longevity gewinnt an Bedeutung, und bei der Anlage der Pensionskassengelder haben sozial verantwortliche Investitionen Vrang vor einer möglichst hohen Rendite.
• Zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung erwarten, ihren gewohnten Lebensstandard mit AHV und Pensionskasse nicht halten zu können.
• 27 Prozent können sich einen Umzug ins Ausland vorstellen, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern.
• Die Befragten wünschen sich Immobilien als wichtigste Anlageklasse der Pensionskassen.
• Vier von fünf Personen möchten wissen, wie ihr Vorsorgekapital investiert wird.
• Drei Viertel der Befragten sehen die Verantwortung für ein längeres gesundes Leben in erster Linie bei jedem Einzelnen.
Die 16. bevölkerungsrepräsentative Studie von BNP Paribas Asset Management Alts (BNPP AM Alts) zur Einstellung der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber der 2. Säule und dem Ruhestand, die in den Vorjahren von AXA IM Alts veröffentlicht wurde, zeigt: Die Bevölkerung blickt ihrer Pensionierung grundsätzlich positiv entgegen – dieser Optimismus steht jedoch im Widerspruch zu den Zweifeln an der finanziellen Absicherung im Alter.
Der diesjährige Ruhestandsmonitor untersucht unter anderem die finanzielle Situation nach der Pensionierung, mögliche Einsparungen im Alter, die Erwartungen an die Anlagestrategie der Pensionskassen sowie das Thema Longevity. Er erfasst nicht nur PK-Versicherte, sondern die gesamte Bevölkerung.
Die Studie basiert auf einer Befragung von 1200 Personen der Schweizer Bevölkerung ab 18 Jahren (inkl. Deutschschweiz, Westschweiz und Tessin), davon 299 Pensionierte. Sie wurde zwischen dem 28. April und 14. Juni 2026 mittels Online-Panel-Befragung durchgeführt. Die Studie ist bevölkerungsrepräsentativ.
Die finanzielle Absicherung ist solide, mit Unterschieden
Die Schweizerinnen und Schweizer beurteilen ihre finanzielle Situation im Hinblick auf den Ruhestand insgesamt als gut bis sehr gut. Im Durchschnitt gehen sie davon aus, dass AHV und Pensionskasse nach der Pensionierung rund 58 Prozent ihres letzten Erwerbseinkommens abdecken. Dieser Wert ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen – von 53,1 Prozent im Jahr 2022 auf aktuell 58,2 Prozent. Hinter dieser positiven Einschätzung verbergen sich jedoch deutliche Unterschiede.
Männer bewerten ihre finanzielle Absicherung auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht gut) bis 10 (sehr gut) mit durchschnittlich 6,7, Frauen lediglich mit 5,6. Gegenüber dem Vorjahr (6,2) hat sich die Einschätzung der Frauen damit verschlechtert. Auch zwischen den Altersgruppen gibt es Unterschiede: Während die Personen ab 65 Jahren ihre finanzielle Situation mit 7,0 am besten beurteilen, vergeben die 40- bis 64-Jährigen einen Mittelwert von 6,4 und die 18- bis 39-Jährigen einen Wert von 5,3.
Personen ohne Erwerbstätigkeit nennen einen Durchschnittswert von 4,4, Vollzeitbeschäftigte einen Wert von 6,4. Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede zwischen den Kaufkraftklassen: Befragte mit hoher Kaufkraft erreichen einen Mittelwert von 8,8, während die tiefste Kaufkraftklasse lediglich 3,0 angibt. Der Abstand zwischen diesen beiden Gruppen hat sich gegenüber dem Vorjahr weiter vergrössert.
Wo sparen, wenn das Geld knapp wird?
Kann der gewohnte Lebensstandard nach der Pensionierung mit den Mitteln aus AHV und Pensionskasse gehalten werden? Die Hälfte der Personen ab 65 Jahren geben an, ihren bisherigen Lebensstandard mit AHV und Pensionskasse halten zu können. Umgekehrt beantworten 67 Prozent der Schweizer Bevölkerung diese Frage mit ‘eher nicht’ oder ‘sicher nicht’, was den Werten des Vorjahres entspricht. Mit 79 Prozent ist die Skepsis bei Personen mit tiefer Kaufkraft am grössten. In der höchsten Kaufkraftklasse liegt dieser Anteil bei 57 Prozent. 31 Prozent glauben zudem, dass sie Ergänzungsleitungen brauchen werden.
Wird das Geld im Ruhestand knapp, würden Schweizerinnen und Schweizer zuerst bei Luxusgütern, Spenden und Weiterbildungen sparen. Kaum Sparpotenzial besteht hingegen bei den Wohn- und Gesundheitskosten. Weitere Einsparmöglichkeiten nennen sie bei Erbschaften, dem weiteren Vermögenssparen und Reisen.
Erstmals wurde auch spezifisch erhoben, ob sich die Befragten einen Umzug ins Ausland vorstellen könnten, um ihren Lebensstandard im Pensionsalter zu sichern. Insgesamt können sich 27 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer (Männer: 30%, Frauen: 25%) diesen Schritt vorstellen. Besonders hoch ist die Bereitschaft bei den 18- bis 39-Jährigen (36%), Personen mit tiefer Kaufkraft (38%) und bei schlechter finanzieller Absicherung (41%). Deutlich tiefer ist sie bei den über 65-Jährigen (11%) und Personen mit guter finanzieller Absicherung (16%).
Würden die Befragten heute in Pension gehen, entschieden sich 43 Prozent für eine monatliche Rente – 40 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen. Damit bleibt die Rente die bevorzugte Auszahlungsform. 30 Prozent würden Rente und Kapitalbezug kombinieren, 16 Prozent ausschliesslich Kapital beziehen. Diese Ergebnisse entsprechen weitgehend den Vorjahren. Auffallend ist, dass 7 Prozent der Befragten angeben, keiner Pensionskasse anzugehören.
Dr. Werner E. Rutsch, Head of Client Group Alts Switzerland bei BNP Paribas Asset Management Alts, betont: «Für viele Schweizerinnen und Schweizer reicht die Altersvorsorge nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Besonders betroffen sind Personen mit tieferem Einkommen, Nichterwerbstätige und mehr Frauen als Männer. Das relativiert das insgesamt positive Bild der finanziellen Absicherung deutlich.»
Anlagestrategie: Verantwortung ist wichtiger als Rendite
Der Ruhestandsmonitor 2026 untersuchte auch die Erwartungen an die Anlagestrategie der Pensionskassen. Sowohl bei der vermuteten als auch bei der gewünschten Portfoliozusammensetzung stehen Immobilien vor Aktien und Obligationen an erster Stelle. Gegenüber dem Vorjahr haben Immobilien und Obligationen an Beliebtheit verloren, während Aktien an Zustimmung gewonnen haben. 67 Prozent der Befragten wünschen, dass Immobilienanlagen überwiegend in der Schweiz erfolgen; 28 Prozent bevorzugen eine Kombination aus Anlagen im In- und Ausland.
Alternative Anlagen wie Rohstoffe werden vor allem wegen ihrer Volatilität, des hohen Risikos und ethischer Bedenken abgelehnt. Obligationen gelten für 59 Prozent der Befragten als wenig attraktiv, weil sie aus ihrer Sicht zu geringe Renditen abwerfen (2025: 34%). Aktien werden von 63 Prozent als zu risikoreich eingestuft (2025: 73%). Bei Immobilien steht die Sorge vor einer Immobilienblase im Vordergrund – sie wird von 46 Prozent der Befragten und damit gleich häufig wie im Vorjahr genannt.
Bei Anlageentscheidungen steht für 96 Prozent der Befragten die Sicherheit an erster Stelle. Fast ebenso wichtig sind Investitionen in Unternehmen mit fairen Arbeitsbedingungen (81%), vorzugsweise in der Schweiz (63%). Auch wenn ebenfalls 81 Prozent eine möglichst hohe Rendite wünschen, haben sozial verantwortliche Investitionen insgesamt Vorrang. Das zeigt sich auch bei Immobilien: 69 Prozent gewichten gesellschaftliche Ziele wie bezahlbaren oder ökologischen Wohnraum höher als die Rendite. Vier von fünf Befragten möchten wissen, wie ihr Vorsorgekapital investiert wird; bei ethisch bedenklichen Investitionen würden sich jedoch nur 10 Prozent bei ihrer Pensionskasse beschweren – halb so viele wie im Vorjahr.
Longevity: Eigenverantwortung steht im Vordergrund
Die demografische Entwicklung stellt die Altersvorsorge vor grosse Herausforderungen. Deshalb widmet sich der Ruhestandsmonitor 2026 auch dem Thema Longevity – dem Streben nach einem langen Leben bei guter Gesundheit und hoher Lebensqualität. Rund zwei Drittel der Befragten geben an, den Begriff zu kennen, während ihn 26 Prozent noch nie gehört haben. Mit Longevity verbinden sie vor allem ein langes Leben sowie den Erhalt der körperlichen und geistigen Gesundheit.
Für 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ist das Thema persönlich relevant, für 33 Prozent hingegen nicht. Die Verantwortung für ein längeres gesundes Leben sehen drei Viertel der Befragten in erster Linie bei jedem Einzelnen, und nicht bei Staat, Krankenkasse oder Arbeitgeber. Gegenüber neuen Longevity-Ansätzen wie personalisierten Gesundheitsangeboten oder Präventionskonzepten zeigt sich die Bevölkerung gespalten: Je rund ein Drittel steht ihnen offen beziehungsweise ablehnend gegenüber.
Zu guter Letzt: 68 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer halten eine Reform der Altersvorsorge weiterhin für notwendig (2025: 71%, 2024: 73%). Das grösste Vertrauen, wenn es um die Sicherheit der Altersvorsorge geht, geniessen wie in den Vorjahren die jeweiligen Arbeitgeber, gefolgt vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund und dem Bundesrat. Schlusslichter bleiben soziale Netzwerke, der Schweizerische Arbeitgeberverband und die politischen Parteien.
Dr. Werner E. Rutsch schliesst ab: «Altersvorsorge bedeutet mehr als die Finanzierung des Ruhestands. Die Menschen erwarten Sicherheit, Transparenz und verantwortungsvolle Investitionen. Diesen Erwartungen müssen die Akteure der Altersvorsorge weiterhin gerecht werden. Gleichzeitig ist jede und jeder Einzelne gefordert, sich frühzeitig mit der eigenen Vorsorge auseinanderzusetzen und finanzielle Eigenverantwortung zu übernehmen.»
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Hinweise für die Redaktion
Methode: Die Studie basiert auf einer Befragung von 1200 Personen der Schweizer Bevölkerung ab 18 Jahren (inkl. Deutschschweiz, Westschweiz und Tessin), davon 299 Pensionierte. Sie wurde zwischen dem 28. April und 14. Juni 2026 mittels Online-Panel-Befragung durchgeführt. Die Studie ist bevölkerungsrepräsentativ.
Über BNP Paribas Asset Management Alts
BNP Paribas Asset Management Alts (BNPP AM Alts) ist die Plattform für alternative Investments von BNP Paribas Asset Management. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 300 Milliarden Euro in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur, Alternative Credit und Private Equity ist das Unternehmen der grösste Vermögensverwalter im Bereich alternativer Investments in Europa und weltweit führend.
Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung hat sich BNPP AM Alts eine Reputation als wegweisender und innovativer Vermögensverwalter aufgebaut, der eine unternehmerische Anlagekultur mit strategischer Disziplin verbindet.
BNPP AM Alts finanziert die Realwirtschaft durch die Bereitstellung von Eigen- und Fremdkapital, um Unternehmen bei ihrem Wachstum zu unterstützen, indem es für das Wirtschaftswachstum wichtige Infrastrukturen und Gebäude entwickelt, verwaltet und finanziert.
Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt unserer Anlageentscheidungsprozesse, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Dekarbonisierung liegt.
Alle Zahlen mit Stand Ende Juni 2026.
Basierend auf einer internen Datenanalyse von BNPP AM.
Über BNP Paribas Asset Management
BNP Paribas Asset Management, der Vermögensverwalter von BNP Paribas, ist der drittgrösste europäische Assetmanager[1] und bei Langfristanlagen die europäische Nummer 1[2]. Mit über 1,7 Billionen Euro verwaltetem Vermögen[3] für institutionelle Investoren, Unternehmen, Privatanleger und Vermögensverwaltungskunden weltweit bieten wir vielfältige liquide und alternative Anlagelösungen. Dabei stützen wir uns auf unser weltweites Expertennetz in 35 Ländern.[4]
Wir managen Anleihen sowie überzeugungsgeleitete, aktive Anlagestrategien – und bauen unser ETF-Angebot mit zurzeit über 1 Billion Euro Anlagevolumen weiter aus.[4] Ausserdem sind wir einer der zehn führenden Anbieter alternativer Investments weltweit.[5] Mit über 30 Jahren Erfahrung und etwa 300 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen investieren wir hier in Immobilien, Infrastruktur, alternative Credits und Private Equity.
Unser Ziel ist ein neuer Standard im Assetmanagement. Mit unseren Grössenvorteilen, umfassendem Know-how und langfristigem Kapitalmarktzugang wollen wir unseren Kunden und der Wirtschaft nachhaltige und stabile Ergebnisse liefern.
[1] Quelle: IPE 2026 und Finanzberichte der Unternehmen, Stand 31. Dezember 2025.
[2] Quelle: Rang nach verwaltetem Vermögen, Stand 31. Dezember 2024, konzernangehörige und nicht konzernangehörige Versicherungsgesellschaften sowie nicht konzernangehörige Pensionsfonds (weltweites verwaltetes Vermögen bei europäischen Assetmanagern, europäisches verwaltetes Vermögen bei nicht europäischen Assetmanagern).
[3] Quelle: BNPP AM, Stand 30. Juni 2026. Verwaltetes Vermögen einschliesslich Beratungsmandate.
[4] Quelle: BNPP AM, Stand 31. März 2026. Anzahl der Länder einschliesslich Joint Ventures.
[5] Quelle: BCG, auf Basis des verwalteten Vermögens, Stand 31. Dezember 2024.
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